FIRMEN-KULTUR – KULTUR-FIRMEN
STUDENTEN BESUCHTEN FSB, GIRA UND KEUCO
Viele konkrete BerührungsPUNKTE mit Architekten hat die Kommunikationsintiative von FSB, GIRA und KEUCO inzwischen hergestellt. Ob auf der Münchner bau-Messe, mit diesem Magazin oder bei Baustellenbesichtigungen. Der Wettbewerb p-west markiert eine weitere Intensivierung im Dialog zwischen Architekten und Herstellern für den Baubereich. Brauchen beide Seiten den Austausch?
So wie eine Gesellschaft, bildet jede Organisation eine spezifische Kultur heraus, die das organisatorische Verhalten maßgeblich prägt. Im positiven Fall teilen auch alle Mitarbeiter die Werte, Normen und Denkhaltungen, die das Zusammenarbeiten im Unternehmen aber auch den Auftritt nach außen prägen. Diese Kultur zeigt sich in der Corporate Identity und im Erscheinungsbild (Corporate Design) des Betriebes. FSB, GIRA und KEUCO teilen, obwohl sie sich in ihren individuellen Markenauftritten unterscheiden, doch einige Aspekte ihrer Unternehmenskultur. So stehen sie alle für einen kompromisslosen Anspruch an die Qualität ihrer Produkte, vom Material über die Verarbeitung bis hin zur durchdachten Gestaltung.
Unternehmen suchen den Dialog mit den Kunden
Wie müssen Produkte für morgen aussehen? Gerade die Frage nach den Bedürfnissen und Anforderungen von morgen eint hier drei Marken und lässt sie den Architekten-Nachwuchs fragen: Wie stellt ihr euch das Zusammenspiel von Architektur und Technik in Zukunft vor? Wie werden wir leben und arbeiten? Wie sollen wir mit unseren "Altlasten" umgehen? Der Dialog mit denen, die in Zukunft bauen, ist für die Marken ebenso wichtig, wie der Nachwuchs daran wachsen kann, wenn er die Produktionsbedingungen der Hersteller vor Ort wirklich kennt und unterscheiden lernt.
Bei FSB hat die Kultur von Produkt und Marketing das Unternehmen so sehr geprägt, dass schon scherzhaft von einem Buchverlag gesprochen wird, der auch Klinken herstellt. Die entscheidende Weiche stellte Geschäftsführer Jürgen W. Braun in den 80-er Jahren, als er den Grafik-Designer Otl Aicher mit der Erarbeitung des FSB-Erscheinungsbildes beauftragte – und sich prompt eine Abfuhr holte. "Ihr wisst nicht, was ihr wollt – kommt wieder, wenn ihr das herausgefunden habt." Braun entdeckte ein Handlesebuch und interessierte sich plötzlich für alles, was man in die Hand nehmen kann. Otl Aicher entwickelte das erste FSB-Buch über "Greifen und Griffe". Daraus entstand eine Edition mit 16 Büchern rund um das Thema Türdrücker.
FSB: Ein Buchverlag, der auch Klinken herstellt?
FSB hat mit diesen kulturtheoretischen Beiträgen Geschichte geschrieben, aber immer auch bewiesen, dass die Liebe zur guten Gestaltung sich vor allem in den Produkten selbst wiederfindet. Beim Rundgang durch die Produktion staunen die meisten Studenten nicht schlecht, dass einerseits mit modernster Technologie gefertigt wird, aber zur Gewährleistung der hohen Designansprüche und Gleichmäßigkeit der Oberflächen auf handwerkliche Unterstützung bei der Produktion nicht verzichtet werden kann. Denn: das Ergebnis ist präziser.
Das Produkt selbst steht an erster Stelle für den Qualitätsbeweis. Bei FSB kommt die Orientierung auf Autorendesign dazu – in globalisierten Zeiten, wo Urheberschaften auf gutes Design wesentlich schwieriger durchzusetzen sind, nicht immer ganz einfach. Beispielsweise wurde mit den Berliner Architekten Armin Behles und Jasper Jochimsen ein neues Griffprogramm entwickelt. Zusätzlich wurden die Serien von Jahn/Lykouria und Christoph Ingenhoven sinnvoll erweitert.
Neu ist die Wiederentdeckung von Bronze, einem Material, dem ein Alterungsprozess zugestanden wird und sich bei Architekten zunehmend großer Beliebtheit erfreut. www.fsb.de
Was verspricht sich FSB von diesem Wettbewerb?
Diehelm Gieffers: Man sagt uns Westfalen nach, wir seien etwas stur. Das sind wir bei FSB in der Tat, aber nur, wenn es darum geht, zielstrebig und mit Fantasie an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken. Gern schauen wir dabei über unseren ostwestfälischen Tellerrand hinaus und machen uns Gedanken über das nationale und internationale Geschehen.
Wettbewerbe bieten die Chancen, losgelöst vom Tagesgeschäft und kommerziellen Zwängen mit kulturellen Ansprüchen hinter unsere Produktwelt zu schauen. Besonders spannend wird es dann, wenn die Ergebnisse in einem Buch festgehalten und publiziert werden.
Es sei an dieser Stelle nur an den inzwischen legendär gewordenen FSB-Türklinken-Workshop erinnert, zu dem im September 1986 so berühmte Designer und Architekten wie Mario Botta, Peter Eisenman, Hans Hollein, Alessandro Mendini und Dieter Rams nach Brakel reisten. Die Design-Kultur steckte damals noch in den Kinderschuhen, ja man diskutierte darüber, ob so banale Allerweltsprodukte wie Türdrücker überhaupt "designfähig" seien.
Nicht nur aufgrund der damaligen Erfahrungen zählen Wettbewerbe heute zum Selbstverständnis von FSB. Gerade den jungen Studierenden und ihren Professoren ist es immer wichtig, neben der theoretischen Ausbildung auch einen Bezug zur Praxis zu bekommen. Im Umkehrschluss gilt das auch für FSB. Von den Ergebnissen profitieren somit alle Beteiligten. Jede Generation hat dabei ihre Sichtweise und das natürliche Recht, ihre Zukunft nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Eine andere, durchaus interessante Bedeutung von Wettbewerb zeigt uns eine Wortanalyse der Begriffe "wetten" und "werben" (bzw. "bewerben"). Beim Wetten geht es um eine Art von Spiel. Ehrgeiz wird aktiviert, Anerkennung und Belohnung winken. Man ist von der Wirksamkeit seiner Gedanken oder Handlungsweise überzeugt. Beim (Be)werben möchten wir das Interesse anderer für unsere Ideen, Arbeiten oder Leistungen wecken. Spiel, Weiterentwicklung und technischer Fortschritt liegen somit tief in unserer menschlichen Evolution begründet. Kurzum: FSB liebt Wettbewerbe.
GIRA denkt architektonisch – schon bei den eigenen Gebäuden
Beim Besuch von GIRA fällt den Architekturstudenten als erstes die Architekturorientierung schon bei den Gebäuden selbst auf. Die Führung geht durch das Werk und auch in das neue, vom Büro Christoph Ingenhoven geplante Produktionsgebäude. Ziel dieser Erweiterung war es, alles, was mit Plastikspritzguss, bzw. Kunststoff im Produktionsprozess zu tun hat, in einem Gebäude unterzubringen. Selbstverständlich: Die Fenster des Neubaus öffnen sich zum täglichen morgendlichen Lüften mit EIB-Technologie und die Jalousien fahren bei Sonneneinwirkung automatisch herunter. Dennoch funktioniert der Bau ohne Klimatisierung, sondern mit einer natürlichen Belüftung, die allerdings mit modernster GIRA Technik gesteuert wird. Großen Wert legt GIRA auf die Praxiserprobung. In einem Langzeitfeldversuch betätigt ein Roboter stumpf alle zwei Sekunden einen Lichtschalter, immer und immer wieder. 100.000 mal Drücken soll der Schalter aushalten können.
GIRA denkt architektonisch – schon bei den eigenen Gebäuden
Beim Besuch von GIRA fällt den Architekturstudenten als erstes die Architekturorientierung schon bei den Gebäuden selbst auf. Die Führung geht durch das Werk und auch in das neue, vom Büro Christoph Ingenhoven geplante Produktionsgebäude. Ziel dieser Erweiterung war es, alles, was mit Plastikspritzguss, bzw. Kunststoff im Produktionsprozess zu tun hat, in einem Gebäude unterzubringen. Selbstverständlich: Die Fenster des Neubaus öffnen sich zum täglichen morgendlichen Lüften mit EIB-Technologie und die Jalousien fahren bei Sonneneinwirkung automatisch herunter. Dennoch funktioniert der Bau ohne Klimatisierung, sondern mit einer natürlichen Belüftung, die allerdings mit modernster GIRA Technik gesteuert wird. Großen Wert legt GIRA auf die Praxiserprobung. In einem Langzeitfeldversuch betätigt ein Roboter stumpf alle zwei Sekunden einen Lichtschalter, immer und immer wieder. 100.000 mal Drücken soll der Schalter aushalten können.
Vorstellungen von der Zukunft, die bisher noch – obwohl machbar – als Visionen gehandelt werden: Mit mobilem Internetzugang die Haustechnik steuern, z.B. jemandem die Haustür öffnen und ihm den Aufzug schicken. In dem bereits bekannten Berliner Penthouse von Dirk Fabarius, gestaltet vom Architekturbüro Graft, ist manche Vision Wirklichkeit geworden. Wer klingelt, wird zunächst vom Türspion beäugt, danach fährt einen ein gläserner Aufzug ohne Knopfdruck aufwärts. Warum noch länger Häuser nur mit Standardtechnik versehen, wenn längst mehr möglich ist? Mit Bussystemen wird die Wohnung wesentlich komfortabler. Im Fabarius-Haus kommen auch Sensoren zum Einsatz, die die Raumtemperatur überwachen, andererseits über das LC-Display die Kontrolle und Steuerung aller Funktionen übernehmen. Darüber hinaus wurde das GIRA SmartTerminal verbaut, das zudem noch Internet- und Emailzugang bietet und auf dem man beispielsweise mal eben schauen kann, wie das Wetter wird. In einem Objekt dieser Größe ist Bustechnik eigentlich unverzichtbar. www.gira.de
Warum sich GIRA gerne an diesem Wettbewerb beteiligt?
Ralph Bertelt: Unser Ziel ist, auch in Zukunft den gesamten Bereich
der Gebäudeautomation abzudecken. In den letzten 15 Jahren
hat GIRA einen innovativen, technologischen Schub in Gang
gesetzt. Von den Schaltern her kommend, haben wir heute eine
ganzheitlich tiefe und differenzierte Produktpalette.
Die Zukunft der Gebäude-Technologie liegt in immer besserer und
sinnvoller Vernetzung – und vor allem in intelligenten Lösungen,
die Energie sparen und für mehr Komfort und Sicherheit sorgen.
Ein wichtiger Grund, weshalb wir den Wettbewerb für wichtig erachten,
ist unser Bedürfnis, den Kontakt zur jungen Generation
nicht abreißen zu lassen. Denn Zukunft müssen wir gemeinsam
gestalten.
Beispielhaft an der beeindruckenden, benachbarten Industriebrache
Phoenix bauen wir auf viele Ideen zum Thema Arbeiten
und Wohnen der Zukunft.
KEUCO stellt sich vor
Wie sehen die Bäder der Zukunft aus?
Zukunftsorientierung ist zentrales Stichwort bei der Entwicklung neuer Produkte von KEUCO. Das 1953 gegründete Unternehmen, ist geprägt von stetem Wachstum. Wurden zunächst ausschließlich Bad- Accessoires hergestellt, kamen 1988 Badmöbel dazu, 2002 dann Armaturen. Tradition und Moderne fließen bei KEUCO ineinander und ergeben ein rundes Ganzes, wenn zum Beispiel alte Handwerkskunst und LED-Technik kombiniert in den Produkten auftauchen. Der Leiter des Seminarbereiches Bernhard Potthoff erläutert, dass der KEUCO-Anspruch auf möglichst lange Haltbarkeit manchmal schon "zu weit" geht, denn es riefen durchaus Kunden an und suchten Ersatzteile für eine 46 (!) Jahre alte Accessoire-Collection. Der bedingungslose Anspruch an die Qualität prägt jedoch auch das Image von KEUCO, eben bis hin zur Nachkaufgarantie. Die Collection PLAN, orientiert an schlichter Formensprache, hat die 30-jährige Collection ELEGANCE inzwischen von Platz 1 der Bestseller vertrieben – aber das dauerte, denn auch ELEGANCE setzt auf eine zeitlose Formensprache.
"Liebe Architekten, baut größere Badezimmer!"
Die Verformung der Alterspyramide in Richtung einer Urne hat drastische Konsequenzen für die Markenhersteller. Hautnah am deutschen und europäischen Markt ist KEUCOS Ausrichtung auf Produkte für die Zielgruppe 50+ und zudem im Bereich von Care-Produkten, die kein Stigma verbreiten, sondern gleichzeitig edel und schön aussehen. Nicht Notaufnahmelager mit barrierefreiem Wohnen, sondern sozialer Fortschritt mit höherem Komfort sind hier gefragt. Mit einem Herzenswunsch verabschiedete Bernhard Potthoff die europäischen Gäste: "Liebe Architekten, baut doch größere Badezimmer!" www.keuco.de
Care-Bereich ohne Stigma
Wie sehen Krankenhäuser und medizinisch genutzte Räume der
Zukunft aus? Wie funktioniert ein barrierefreies Bad zuhause, wie ein
Stationsbad im Krankenhaus und wie sollten Schwesternzimmer aussehen?
Wird es bald mehr Gesundheitshäuser geben zu individuellen
Medikationen, also im Kampf gegen Diabetis oder Krebs? Welche Rolle
spielen bei all dem Einflussfaktoren wie Facility Management? Antworten
auf diese Fragen versucht die medicallounge im ehemaligen
Umspannwerk in Berlin zu geben.
Die medicallounge ist zugleich Showroom und Ort für Seminare und
Diskussionen. Ziel der medicallounge ist es u. a., ein branchenübergreifendes
Netzwerk zu schaffen, welches Ansprechpartner und erste
Anlaufstelle für Investoren und Fachleute des Gesundheitswesens ist.
KEUCO ist Partner der medicallounge und steht als Kompetenzträger
für das Thema Patientenzimmer-Bad. In dem entsprechenden Ausstellungbereich
zeigt KEUCO, dass ein Bad in diesem Bereich sowohl
funktional als auch formal schön gelöst sein kann. Die Bildwelten
von stigmatisierenden Sanitäreinrichtungen werden hier widerlegt.
Tendenzen des Klinikbaus Richtung Hotel-Charakter sind mit der
KEUCO Philosophie absolut vereinbar. Desweiteren bietet KEUCO
Seminare und sogenannte Werkstattgespräche an, in denen Architekten
bestimmte Themen, wie z.B. die Chancen und Risiken der
demographischen Entwicklung, diskutieren und mit Praxisberichten
dokumentieren. www.medicallounge.com
Was verspricht sich KEUCO von diesem Wettbewerb?
Hartmut Dalheimer: Durchdachte Innovationen sind der wesentliche Bestandteil unseres Markenversprechens. Dabei spielt der intelligente Umgang mit Technologien eine große Rolle für uns. Sei es der erstmals funktionierende Einsatz der Lichtleitertechnologie bei Kosmetikspiegeln, die hydraulisch verstellbare Brausearmatur Aquamove oder die spritzwassergeschützte Entwicklung eines Multimediasystems für das Bad. Bei alledem steht der Mensch für uns im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund hatten wir auch den Wettbewerb "p-west: leben_architektur_technik" gemeinsam angestoßen. Das Thema Umnutzung von Gebäuden oder ganzen Arealen wird die Architektur in den nächsten Jahren thematisch sehr eng begleiten. Dies vor allem auch aus Sicht des Menschen zu tun, ist sicherlich unser aller Anliegen.
















