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Auf der Suche nach der Metropole der Zukunft

Ein Bericht von Anja Hajduk zur IBA Hamburg

Die Frage nach der Entwicklung von Städten als Lebenswelten ist seit jeher Gegenstand von Diskussionen. Seit 1901 treten daher Bauausstellungen in Deutschland mit dem Anspruch an, Antworten auf die großen Fragen ihrer Zeit zu formulieren.

Bis zum Jahr 2013 richtet nun auch Hamburg erstmals eine Internationale Bauausstellung (IBA Hamburg) aus, in deren Rahmen wir die Frage nach der Zukunft der Metropolen neu stellen möchten. Denn Entwürfe für die zukünftige Struktur einer Metropole sind immer auch Lösungsentwürfe für die großen gesellschaftlichen Fragen. Die Metropole des 21. Jahrhunderts muss ihre Freiheit und Kreativität bewahren, um in einer globalisierten Welt ihre volle Strahlkraft zu entfalten – und sie muss zugleich ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt gerecht werden, um lebenswert zu bleiben. Wie sich eine moderne Großstadt diesen Herausforderungen erfolgreich stellen und ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen kann, das möchte die IBA Hamburg zeigen.

Die Frage nach der Zukunft der Metropolen ist für uns dabei eine durchaus offene Frage. Darum verstehen wir die IBA Hamburg auch als einen offenen, mehrjährigen Prozess, in dem die Beteiligung und die Kooperation von öffentlichen und privaten Akteuren, Institutionen und Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern eine zentrale Bedeutung hat und besonders gefördert und gefordert wird. Trotz dieses offenen Verständnisses von der Internationalen Bauausstellung in Hamburg ist eine wichtige Vorentscheidung allerdings mit dem Hamburger Stadtentwicklungskonzept "Sprung über die Elbe" bereits gefallen: Die Wahl der Elbinseln zwischen HafenCity und Harburger Binnenhafen als Schauplatz dieses Prozesses.

Mit dem "Sprung über die Elbe" orientiert sich die Hamburger Stadtentwicklung neu – vom Wachstum nach außen, entsprechend dem Prinzip des Fächerplans von Fritz Schumacher, hin zu der Entwicklung im Inneren der Stadt. Diese Grundsatzentscheidung ist in Hamburg sicherlich zum einen durch die Gegebenheiten des Stadtstaates geprägt, aber auch durch den Anspruch, dass wir mit der optimalen Nutzung innerstädtischer Flächen das Angebot eines attraktiven, städtischen Lebensumfelds für die Menschen mit einem flächenschonenden, umweltverträglichen Wachstum unserer Stadt verbinden möchten.
Mit den Elbinseln als Schauplatz der IBA Hamburg rückt zudem ein Stadtgebiet in den Fokus der Aufmerksamkeit, das trotz seiner zentralen Lage lange "vergessen" war. Ein Ort der Gegensätze und Spannungen, aber auch der Chancen und Kreativität. Der die gesellschaftlichen Grundfragen des Zusammenlebens in einer Metropole und des Umgangs mit den natürlichen Ressourcen wie unter einem Brennglas bündelt.

Den Fluten der Elbe abgerungen im Herzen der Stadt stellen die Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel gemeinsam mit dem Harburger Binnenhafen ein faszinierendes Demonstrationsgebiet für die 8. Internationale Bauausstellung dar. Die Elbinseln sind ein äußerst heterogener Ort, für die die Internationalität ihrer Anwohner ebenso charakteristisch ist wie das Nebeneinander von Hafen, Industrie und Industriebrachen, Wohnbebauung, großen Verkehrstrassen und einer idyllischen Marschlandschaft mit vielen Wasserbezügen.

Die drei großen Themenkomplexe, mit denen sich die IBA Hamburg den Antworten auf die Frage nach der Zukunft der Metropolen annähert und denen ihre zahlreichen Projekte und Veranstaltungen entspringen, spiegeln auch die Situation im IBA-Gebiet wider.
Unter dem Titel "Metrozonen" widmet sich die IBA Hamburg der Frage nach der Gestaltung der Übergangszonen und Schnittstellen zwischen verschiedenen Nutzungsbereichen. Gerade an diesen sogenannten "inneren Stadträndern" möchte die IBA zeigen, dass in diesen städtebauliche Situationen oft besonders attraktive bauliche Lösungen möglich sind, die der Stadt und ihren Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Als weiteres großes Thema rückt die IBA unter dem Titel "Kosmopolis" die Frage nach der Organisation des Zusammenlebens in einer immer internationaleren Stadtgesellschaft in den Blickpunkt und beleuchtet die Rolle von Bildung, Kunst und Kultur in diesem Zusammenhang. Wir möchten erkunden wie die kreativen, individuellen Potenziale einer kulturell heterogenen Gesellschaft mobilisiert und zugleich ein Gemeinsinn gefördert werden kann. Denn zweifellos ist einer der Folgeschlüsse aus der Globalisierung, dass wir es uns ökonomisch nicht leisten können, die Potenziale großer Teile unserer Gesellschaft brach liegen zu lassen. Wir können es uns aber auch nicht leisten, wesentliche Teile der Bevölkerung nicht aktiv in unsere Gesellschaft einzubeziehen, wenn wir den sozialen Zusammenhalt unserer Stadt bewahren möchten.
Es sind die aufstrebenden Metropolen dieser Welt, die entscheidend zum Klimawandel beitragen. Der dritte Themenschwerpunkt der IBA befasst sich unter dem Stichwort "Stadt im Klimawandel" daher mit der Frage, wie eine Großstadt das Miteinander von Wachstum und Klimaschutz vereinbaren kann und welche Maßnahmen im aktiven Klimaschutz sowie im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu ergreifen sind. Die IBA wird sich diesem Thema stellen mit einer hoch energieeffizienten, klimaschonenden Architektur, mit dem Einsatz erneuerbarer Energien, mit einer intelligenten Verbrauchssteuerung und mit Bauten, die an die sich verändernden klimatischen Bedingungen angepasst sind.

Bis zum Jahr 2013 richtet nun auch Hamburg erstmals eine Internationale Bauausstellung (IBA Hamburg) aus, in deren Rahmen wir die Frage nach der Zukunft der Metropolen neu stellen möchten. Denn Entwürfe für die zukünftige Struktur einer Metropole sind immer auch Lösungsentwürfe für die großen gesellschaftlichen Fragen. Die Metropole des 21. Jahrhunderts muss ihre Freiheit und Kreativität bewahren, um in einer globalisierten Welt ihre volle Strahlkraft zu entfalten – und sie muss zugleich ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt gerecht werden, um lebenswert zu bleiben. Wie sich eine moderne Großstadt diesen Herausforderungen erfolgreich stellen und ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen kann, das möchte die IBA Hamburg zeigen.

Die IBA Hamburg versteht sich mithin als eine Art Laboratorium für die Suche nach innovativen Lösungen für die Metropole der Zukunft. Die Antworten, die wir uns auf unsere Fragen in diesem Kontext erhoffen, werden sicherlich nicht in jedem Fall funktionsfertige Rezepte sein, sondern auch individuelle Geschichten. In jedem Fall wird Hamburg jedoch die gewonnenen Erkenntnisse aus der 8. Internationalen Bauausstellung in den Dialog mit anderen Städten einbringen und die Diskussion um die Entwicklung von Städten weiter befördern.