KO[R]RELATION
Erstmals seit 2007 lud BerührungsPUNKTE wieder zum Wettbewerb – diesmal zum Thema Fotografie. Fotoklassen der Folkwang Universität der Künste, der FH-Bielefeld und der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg waren eingeladen, einen neuen Blick zu wagen und sich auf die Suche nach "Korrelationen", also Wechselbeziehungen zu begeben.
Der Startschuss fiel am 28. April 2010 im SANAA-Gebäude in Essen/ Zollverein, wo auch zur Halbzeit ein Workshop mit den Studierenden und ihren Professoren stattfand. Am 3. September war es dann soweit: In den luftigen Höhen des Panoramasaals des Harenberg City-Centers in Dortmund tagte die hochkarätige Jury. Sie ließ sich nicht von dem beeindruckenden Blick auf Dortmund ablenken. Einer angeregten Diskussion folgte die Nominierung der drei Gewinner. Nun ist aus den eingereichten Arbeiten ein Fotografie-Buch entstanden, das nicht wertet, sondern die Bilder für sich sprechen lässt. Es ist Sache des Betrachters, die Korrelationen der Fotografen – und die ganz eigenen – herzustellen, nachzuvollziehen oder zu negieren.
Ziel des Wettbewerbs
Klassische Architektur- und Objektfotografie liefert heute die perfekte Abbildung – BerührungsPUNKTE suchte den subjektiven, emotionalen, interdisziplinären Blick auf die Symbiose Bauwerk, Produkt, Mensch. Ein Sehen – nicht durch die Brille des Architekten, des Herstellers oder des Besuchers, sondern mit den Augen derjenigen, die das Sehen durch die Linse zu ihrem Beruf machen wollen.
Aufgabenstellung
Auf der Suche nach einer neuen Art des Sehens stellte Berührungs- PUNKTE den Fotografiestudentinnen und -studenten die Aufgabe, Räume neu zu entdecken, Architektur auf unkonventionelle Weise zu dokumentieren und Spuren zu finden von verbauten Produkten, von Menschen, die sie gebrauchen und ihren "Fingerabdrücken". Aus 20 Bauwerken konnten sie wählen: Hotels, Museen, private Wohnhäuser, Bürotürme. Zeitgenössische Architekturen als Referenzobjekte und Räume, die auf ihren Zweck, ihre Bestimmung, ihre Benutzung hin untersucht werden konnten. Welcher Wechselbeziehung hier auch immer nachgegangen wurde: Die künstlerische Freiheit war uneingeschränkt.
Jury
Dass BerührungsPUNKTE mit der Idee zum Wettbewerb einen Nerv getroffen hat, zeigt die positive Resonanz der Fachwelt. Schon Wochen vor dem Startschuss zum Wettbewerb sagten die angefragten Juroren zu. Alle arbeiten täglich eng am Thema Architekturfotografie – als Kurator oder Kuratorin, Architekt oder Fotograf. Dennoch vertrat jeder einen eigenen Blickwinkel. So entspann sich schnell eine Diskussion über den freien ästhetischen und auch formalen Umgang mit Architektur, Produkt und Ort. Letztendlich fiel die Wahl dann aber einvernehmlich auf die drei Preisträger.
Teilnehmer
Die Folkwang Universität ist eine der ältesten Ausbildungsstätten für Fotografie in Deutschland. Prof. Elke Seeger zählt zu ihren Lehrschwerpunkten die angewandten Bereiche der Fotografie, in denen interdisziplinär mit höchster technischer Perfektion gearbeitet wird.
Die Fachhochschule Bielefeld steht im engen Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst; der Studiengang Gestaltung ist führend im Bereich Fotografie/Architekturfotografie. Als Fotograf und Lehrender verbindet Prof. Axel Grünewald Forschung und Praxis.
Die Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg ist in dem Bereich CGI (Computer Generated Imaging) deutschlandweit führend. Prof. Michael Jostmeier lehrt die künstlerische und kommerzielle Arbeit zwischen Fotografie und Visualisierung.





