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Unablässig den Aufbruch wagen

Vom Schalter zur Gebäudesystemtechnik

Am Anfang war der Schalter. Doch als die Brüder Gustav und Richard Giersiepen im Jahr 1905 die Firma "Fabrik von Apparaten für elektrische Beleuchtung" gründeten, hatten sie nicht nur Tumblerschalter im Programm, sondern auch den Aufbruch in eine innovative Zukunft im Blick – das Zeitalter der Elektroinstallation war gerade erst angebrochen. Damit beginnt eine inzwischen mehr als hundert Jahre währende Erfolgsgeschichte, in der sich das Unternehmen Gira stetig weiterentwickelt und vom Schalterhersteller zum Lösungsanbieter für moderne Gebäudetechnik gewandelt hat.

Aufbruch gelingt am leichtesten in der Gemeinschaft. Die Familie Giersiepen, innovativ und experimentierfreudig, ist das beste Beispiel dafür: Sie hat Gira stets als Familienunternehmen geführt – mittlerweile in der vierten Generation – und damit die Hoheit über alle operativen und strategischen Entscheidungen gewahrt. Mit Weitsicht hat Gira für ein nachhaltiges und gesundes Wachstum gesorgt und dabei bewusst auf den Standort Radevormwald im Bergischen Land gesetzt. Qualität, Innovation, Design – auf dieser Basis ist eine erfolgreiche Produktion "made in Germany" möglich. Allerdings bedarf es dazu einer grundlegenden unternehmerischen Voraussetzung: der Bereitschaft, immer wieder den Aufbruch zu wagen.

Mit einem Tumblerschalter fing es an. Doch schon bald umfasste das Angebot der Gira Gründer das gesamte Sortiment der damaligen Elektroinstallation. Schalter und Steckdosen bilden noch immer die Fundamente des Unternehmens. Doch heute ist Gira sehr viel mehr als ein Schalterhersteller – die Produktpalette umfasst unter anderem Dimmer, Alarmsysteme sowie Energie- und Lichtsäulen für die Außeninstallation. Ein wichtiger Schritt hin zum Lösungsanbieter für moderne Gebäudetechnik war die Entscheidung, neue Funktionen in die Schalterwelt zu integrieren und über das Design der Schalterrahmen optisch zu einer Einheit zu verschmelzen.

Eine Vorreiterrolle spielte dabei ein Unterputz-Radio. Die Idee dahinter: Die gesamte Technik eines Radios passt in die Einsätze einer Zweifachsteckdose. Sonst braucht es nichts – keine zusätzliche Antenne, kein weiterer Anschluss, keine Boxen. Gute Unterhaltung praktisch direkt aus der Wand – das hat eine spielerische Note, aber auch praktische Vorteile, denn das Gira Unterputz-Radio eignet sich für alle Räume mit wenig Stellfläche, etwa für die Küche. Das kompakte Gerät spart aber nicht nur Platz, sondern garantiert auch mehr Sicherheit: Mit der Festinstallation ist immer ein ausreichender und deshalb sicherer Abstand zu Spülbecken und Anrichte gewahrt.

Den Aufbruch in ein neues Geschäftsfeld bedeutete für Gira das wichtige Thema Türkommunikation – auch sie wurde konsequent in die Gira Schalterwelt integriert. So passen alle Einsätze für die Funktionen Hören, Sprechen und Sehen ebenfalls in die 58er Unterputzdose und somit in die Gira Schalterprogramme. Das gilt sowohl für die Türstation draußen als auch für die Wohnungsstation drinnen im Haus und das beinhaltet die reinen Audio-Ausführungen ebenso wie die Version Video mit einer Kamera bzw. einem Display. Mit dieser durchdachten Lösung hat Gira als erster Anbieter Türsprechanlagen zu einem gestalterischen Bestandteil der Elektroinstallation gemacht.

Im Lauf der Jahre hat Gira das erfolgreiche Türkommunikations- System um zahlreiche Komponenten erweitert. Dazu gehört außen beispielsweise die Türstation Edelstahl, eine hochwertige Alternative in Echtmaterial. Im Innenbereich kann Türkommunikation heute über ein Gateway auch auf Bedienpanels an der Wand, dem heimischen Computer oder dem TV-Bildschirm erfolgen.

Nicht minder weitreichend war die Entscheidung, ein Rufsystem für Krankenhäuser, Pflegeheime oder Arztpraxen zu entwickeln, das ebenfalls in die Gira Schalterprogramme passt. Alle Einsätze des Gira Rufsystems 834 – es erfüllt die sicherheitstechnischen Anforderungen gemäß DIN VDE 0834 – können in der handelsüblichen Unterputzdose installiert werden. Mit dem optisch-akustischen Rufsystem lässt sich die gesamte Elektroinstallation in Kranken- und Pflegebereichen durchgängig in ein und demselben Design realisieren. Ab dem Frühjahr 2011 bietet Gira – ergänzend zum Rufsystem 834 – das Gira Rufsystem 834 Plus an. Es erlaubt nicht nur Hilferufe, sondern auch Gespräche in hoher Sprachqualität.

Neben der Integration immer neuer Funktionen in die Elektroinstallation hat Gira maßgeblich zur Entwicklung der Gebäudesystemtechnik in Deutschland beigetragen. Sie ist die Voraussetzung dafür, ein Gebäude "intelligent" auszustatten. Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung: Sensoren, Aktoren, Bedienelemente, Verbraucher- und andere technische Einheiten werden miteinander vernetzt. Dabei handelt es sich um ein herstellerunabhängiges Steuerungssystem, das durch Automatisierung und Fernsteuerung Wohnen und Arbeiten bequemer und sicherer macht. Und die moderne Gebäudetechnik hilft, die Energieeffizienz spürbar zu verbessern – indem sie nicht nur Energie einspart, sondern diese auch optimal verteilt und nutzt.

Sämtliche Komponenten sind über das KNX/EIB System miteinander verbunden. Hinter einem solchen modernen elektronischen "Nervensystem" steckt ein leistungsfähiges "Gehirn", das alle gesammelten Daten auswertet, verarbeitet und anschließend an Aktoren weitergibt. Dafür hat Gira den HomeServer beziehungsweise speziell für gewerblich genutzte Immobilien den FacilityServer entwickelt. Beide Server verarbeiten aber nicht nur Daten, sondern messen und dokumentieren auch den Ressourcenverbrauch im Gebäude. Über das Gira Interface ist eine Visualisierung jederzeit möglich – eine wesentliche Voraussetzung dafür, im Verbraucherverhalten ein Umdenken einzuleiten. Auch Vorhersagen lassen sich mit einbeziehen, beispielsweise Wetterdaten aus dem Internet: Via TCP/IP verbinden die beiden Gira Server das KNX Bussystem mit dem Internet. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch chic, weil mobil: Mit dem iPhone, dem iPod touch und dem iPad lässt sich das Gebäude zuhause, aber auch von unterwegs aus steuern.

Mit dem Aufbruch in die Gebäudesystemtechnik hat Gira neue Möglichkeiten des Wohnens und Arbeitens erschlossen. Um den gestiegenen Anforderungen von Bauherren und Investoren gerecht zu werden, hat sich das Unternehmen konsequent weiterentwickelt zum Lösungsanbieter rund um die moderne Gebäudetechnik. Gira entwickelt und produziert dafür aber nicht nur die entsprechenden Produkte, sondern gibt dem Architekten bei der Planung und Realisierung auch Unterstützung an die Hand, etwa durch den Club der Gira Aktiv Partner oder die System-Integratoren. Wer moderne Gebäudetechnik inklusive Home-Entertainment live erleben will, wendet sich an eines der knapp 30 Gira Revox Studios in Deutschland und Österreich.