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Griffprogramm rahe+rahe

Als der junge Walter Gropius in der Aufbruchstimmung der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine Schuhleistenfabrik in Alfeld bauen durfte, gab er bei der Firma Loevy in Berlin die Fertigung einer Türklinke in Auftrag. Dieser kantige Maschinengriff mit runder Handhabe (FSB 1102) wurde neben Wittgensteins Griff (FSB 1147) und dem Entwurf des Franzosen Mallet-Stevens (FSB 1076) zu einem Prototypen der frühen Moderne. Die Gropius-Klinke folgte den Spuren des Gestalters. Sie wurde im Bauhaus zu Weimar und später in Dessau eingesetzt.

Fälschlicherweise wird sie seitdem auch als Bauhaus-Klinke oder Klinke aus Dessau bezeichnet. Eine echte Türklinke (FSB 1149) für und aus Dessau entstand erst im Jahre 2001 in der Designwerkstatt von rahe+rahe. Für die Ausgestaltung des neuen Dessauer Hochschulcampus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bauhausgebäude – mit Seminarräumen, Studentenateliers, Professoren- und Mitarbeiterbüros, Vorlesungssälen, Verwaltungstrakt, Mensa und Café – entwarfen rahe+rahe ein Griffprogramm und wählten FSB als Entwicklungspartner.

Die Gestaltung von rahe+rahe knüpft nahtlos an die großen Meisterwerke der Moderne an. Ein leicht zur Tür hin gebogenes rundes Griffelement wurde an der Vorderseite so abgeflacht, dass Türund Griffvorderansicht parallel zueinander verlaufen, die Griffrückseite sich allerdings gegenüber dem Türblatt leicht öffnet. Dieses elementare, innovative Gestaltungselement bestimmt den Charakter der gesamten Produktreihe: eine unaufdringliche funktionale Grifffamilie, die sich dienend der Hand anbietet.