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Haben, erleben, sein...

Das Steigerungsspiel und das Projekt vom schönen Leben

Wer nach Erlebnissen sucht, hat sonst wenig Sorgen. Er hat genug zu essen und zu trinken, ein Dach über dem Kopf und etwas Geld auf dem Konto. Viel muss es nicht sein, aber genug, um sich einigermaßen sicher zu fühlen. Wer nach Erlebnissen sucht, hat eine Wahl zu treffen. Soll er nach Thailand fliegen oder lieber eine Fastenwanderung machen? Soll er ein Haus kaufen oder besser eine Altbauwohnung mieten? Soll er Fernsehen schauen oder mal wieder ins Kino gehen? Der Wählende ist die paradigmatische Gestalt der Gegenwart.

Das war nicht immer so und ist lediglich eine Momentaufnahme unserer Gesellschaft im Prozess der Veränderung. Nach 1945 hatten die meisten Deutschen nur eine Sorge: das Überleben und den Wiederaufbau des Landes. Als das geschafft war, meldete sich bald eine andere Frage: Was sollten sie nun machen? Die Steigerung des Möglichkeitsraums war das nächste Ziel.

Entgrenzung ist die allgemeinste Formel, auf die sich der Wandel des Alltagslebens seit Kriegsende bringen lässt. 1950 standen pro Einwohner im Durchschnitt 15 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung, heute sind es über 40. Die Jahresarbeitszeit ist um die Hälfte gesunken, das Realeinkommen um das Vierfache gestiegen, die Sparquote um das Achtfache, das Geldvermögen um das Sechzehnfache. Die Entwicklung vom Tante-Emma- Laden hin zum Großmarkt auf der grünen Wiese ist ein einziger, rasanter Prozess der Diversifikation des Entbehrlichen.

Möglichkeitserweiterung durch Steigerung ist zum Steigerungsspiel geworden. Sie dient in unserer Gesellschaft nicht mehr der Beseitigung eines Mangels, sondern dem, was danach kommt: das Projekt des schönen Lebens.

Wie alles andere ist auch Architektur zumindest vordergründig in den weltumspannenden Rahmen des Steigerungsspiels eingebettet: Immer höhere Wolkenkratzer, immer weitere Versiegelung der Landschaft mit Gewerbegebieten und Reihenhaussiedlungen, immer geringere Lebenszeit von Gebäuden - all dies spricht die Sprache der Steigerung, ermöglicht immer neue Produkte und Bauwerke. Doch Architektur verkörpert seit je her auch das Dauerhafte und das Motiv des Verweilenkönnens. Bahnhöfe, Kirchen, Museen, Bibliotheken - all dies sind Orte der Ankunft, der Besinnung, der Ruhe und der Gelehrsamkeit. Wer bin ich und was will ich hier? Eine Antwort auf diese Frage kann die Architektur nicht geben, aber ermöglichen. Das Verweilen in einer Kirche etwa überlässt den Einzelnen der Zwiesprache mit Gott, und, da er selbst das Medium dieser Andacht ist, auch der Zwiesprache mit sich selbst. In einer säkularisierten Welt bringen auch andere Orte diese Zwiesprache in Gang: Meditationsräume, Wellness-Center, Orte der Leere und Stille, in denen Menschen Schutz suchen vor der Allgegenwart der Produkte oder der endlos rauschenden Nachrichten- und Bilderflut.

Das Gegenstück sind Warenhäuser, Supermärkte und Shopping-Malls, deren Inneres durch das Vollgestelltsein und Behängtsein mit allem Möglichen geprägt ist. Ein Architekturerlebnis ist das nicht gerade, stattdessen verwirklicht sich hier das Projekt der Erlebnisarchitektur. Der Boom des Eventmarketings und die Umgestaltung von Verkaufsflächen zu Erlebniswelten bezeugen den Versuch, Konsum und Erlebnis aneinander anschlussfähig zu machen. Kaum noch ein Möbelhaus, ein Heimwerkermarkt oder ein Gartencenter, dessen Betreiber sich nicht gleichzeitig als Erlebnisanbieter verstehen.

Erst das wachsende Desinteresse und schließlich die Abwendung des Publikums könnte der Inflation der Erlebniswelten ein Ende setzen. Doch warum sollte es dazu kommen? Weil das Steigerungsspiel die Menschen in ihren existenziellen Grundanliegen nicht weiter bringt und sie früher oder später dahinter kommen werden. Steigerung konkretisiert sich als Zweithandy, Drittauto, Viertfernseher oder mit mühsam auf dem Markt etablierten Erfindungen des vielleicht auch noch Wünschbaren. Und sie konkretisiert sich als zunehmende Aufladung von Produkten mit Bedeutungen. Um den immer absurder werdenden Konsum mit neuen Reizen auszustatten, wurde das Erlebnis zur zentralen Kategorie der Anbieter.

Doch was sind Erlebnisse? Die meisten verstehen darunter ihre Gefühlsreaktionen auf äußere Reize. Erlebnisse sind jedoch mehr als das. Worauf es ankommt, ist die Verbindung von Gefühlen mit Beschreibungen von Gefühlen. Erlebnisse sind Konstruktionen, die erst durch ihre Beschreibung geprägt werden. Die Gefühle, die ein Erlebnis auslöst, sind dabei nur das Rohmaterial, aus dem sich ganz unterschiedliche Gestalten bilden lassen. Was schließlich als Erlebnis herauskommt, hängt von der Selbstbeschreibung dieser Gefühle ab.

Von Außen nach Innen Was hat rein sachlich betrachtet das Rauchen einer Zigarette mit dem Gefühl von Freiheit und Abenteuer zu tun? Nichts. Um Konsum und Erlebnis überhaupt aneinander anschlussfähig zu machen, muss man sich fragen, wie erlebnisorientierter Konsum funktioniert. Wo liegt das Ziel des Konsumenten? Außen, im Bereich objektiver Sachverhalte, oder innen, im Bereich subjektiver Befindlichkeit?

Bei klar definierbaren, außenorientierten Zielen sind Erlebnisse Nebensache. Beim Auto zum Beispiel sind solche Ziele nach wie vor wichtig: Beschleunigung, Geschwindigkeit, Reparaturanfälligkeit, Benzinverbrauch, Sicherheit, Bremseigenschaften - all dies sind objektive Sachverhalte. Das Verhältnis zwischen Anbietern und Konsumenten ist durch Beweisführung und Skepsis bestimmt. Der Anbieter muss davon überzeugen, dass das Produkt die zugesicherten Eigenschaften hat. Für den Konsumenten liegt es nahe, nicht allzu leichtgläubig zu sein und das Produkt vor dem Kauf kritisch zu prüfen.

Während es beim außenorientierten Konsum rational ist, misstrauisch zu sein, handelt der innenorientierte Konsument vernünftig, wenn er vertraut. Typische Beispiele für innenorientierte Konsumgüter sind Mode und Kosmetik. Der Spaß, den diese Produkte uns machen sollen, setzt voraus, dass wir uns positiv darauf einlassen. Ob die neue Designer- Hose auch gut verarbeitet ist oder die teure Feuchtigkeitscreme auch wirklich die Hautalterung eindämmt, darf kein Thema sein.

Der außenorientierte Konsument ist schön dumm, wenn er der Suggestion erliegt. Der innenorientierte Konsument ist schön dumm, wenn er die Suggestion nicht auch noch autosuggestiv verstärkt.

Eindeutigkeit und Deutungsoffenheit Was haben orientalische Teppichhändler, europäische Marktschreier und Werbespots gemeinsam? Es ist das lautstarke, unübersehbare Hervorheben von außenorientierten Produkteigenschaften. Es mag sein, dass Werbung dieser Art übertreibt, ablenkt, verschweigt und lügt, aber all dies tut sie immer mit größtmöglicher Eindeutigkeit. Das Publikum ist daran seit langem gewöhnt. Es kann mit Vortäuschungen umgehen, sofern sie nur eindeutig sind. Wie verhält es sich demgegenüber bei der Werbung für innenorientierte Produkteigenschaften? Eine zur Holzhammer-Kommunikation gesteigerte Eindeutigkeit ist zwar auch hier anzutreffen, aber wie lange noch? Die Werbung sichert alles Mögliche zu: Faszination, Liebe, Ekstase, Glück, unvergessliche Abenteuer, vollkommene Entspannung. Es besteht auch eine Bereitschaft seitens der Verbraucher, sich auf solche Verheißungen einzulassen. Dabei ersetzen sie die außenorientierte Rationalität des kritischen Prüfens durch die innenorientierte Rationalität des Glaubens. Je besser der Glaubensakt gelingt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich wenigstens eine Andeutung des zugesicherten Erlebnisses einstellt.

Diese Art des Glaubens ist jedoch eine unaufgeklärte und infantile Form des Umgangs mit der Welt. Wer den Erlebniszusicherungen der Anbieter glaubt, wird zum Besucher einer Zaubervorführung, bei der man seinen Verstand an der Garderobe abgeben muss, um etwas davon zu haben. Doch dieses Prinzip wird sich abnutzen, weil es viel zu sehr mit dem Selbstverständnis des modernen Menschen kollidiert. Wenn zahllose Anbieter ständig Glauben für die unglaublichsten Verheißungen einfordern, entsteht mit der Zeit ein Konflikt. Der gereifte Verbraucher würde es so formulieren: »Was ich erlebe, weiß ich selbst am besten«. Von ästhetischer und emotionaler Eindeutigkeit bei der Inszenierung von Produkten fühlt er sich abgestoßen; ihm genügen Fingerzeige, Neugier weckende Einladungen ohne entmündigendes Erlebnisprogramm. Das nach Autonomie strebende Individuum ersetzt die Zaubervorstellung durch Selbstverzauberung. Der Zauber bleibt, entsteht aber woanders.

Innenorientierter Konsum erinnert an die Rezeption von Kunstwerken. Der ästhetische Reiz des Kunstwerks besteht darin, dass es nicht eindeutig ist, sondern einen dazu auffordert, eine eigene Lesart zu entwickeln. Dadurch erschafft jeder Betrachter das Kunstwerk neu, als innere Rekonstruktion, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfällt. Erst Deutungsoffenheit macht es möglich, dass sich Menschen Gegenstände der Betrachtung subjektiv aneignen. Kunstwerke präsentieren sich als Rätsel und jeder ist dazu aufgefordert, es auf seine Weise zu lösen.

Die Haltung des Deutens, der Vollendung des Kunstwerks im Innenleben des Betrachters, ist in der Kultur Europas seit Jahrhunderten eingeübt. Es löst Irritationen aus, wenn ein Kunstwerk als zu vordergründig und platt empfunden wird. Zwar ist auch die Deutungsoffenheit von Kunstwerken verunsichernd und manchmal irritierend, doch gilt dies als akzeptabel. Wenn ein Betrachter sagt, er habe das Kunstwerk erst einmal nicht richtig verstanden, wird die erwartete Aura der Rätselhaftigkeit nur bestätigt. Wenn es dagegen heißt, ein Kunstwerk vermittle seine Botschaft »mit dem Holzhammer«, ist dies ein vernichtendes Urteil. Immer mehr steht das Steigerungspiel im Widerspruch zu sich selbst: Eine Rationalität, die zur Optimierung von Maschinenleistungen taugt, soll auch zur Optimierung von seinsgerichteten Projekten herhalten. Wenn Erlebnisse gefragt sind, verfehlt die Idee der Steigerung jedoch ihr Thema. Sie täuscht Kalkulierbarkeit und Objektivität vor, wo es um die Entfaltung des Ich geht. Sie entfesselt die Verschiedenartigkeit der Menschen, aber sie kann ihr nicht gerecht werden.

Jenseits der Infantilität Die Erlebnisgesellschaft ist eine infantile Vorstufe der Verarbeitung des gewachsenen Möglichkeitsraums. Versteht man sie als Übergangsphänomen, stellt sich die Frage, was als Nächstes kommen könnte. Allgemein lässt sich in den westlichen Gesellschaften seit Jahrzehnten eine zunehmende Bereitschaft zur Überschreitung erkennen. Experimentierende Lebenshaltung, biografische Brüche, Selbstdistanzierung, vagabundierende Ästhetik und Lust am Gegensatz sind zu einem festen Bestandteil der Alltagskultur geworden; eine Änderung ist nicht in Sicht. Von Generation zu Generation setzt sich immer mehr eine projektförmige Lebensgestaltung durch, zu der auch gehört, nach Abschluss eines Projektes etwas ganz anderes zu machen.

Die Grundsituation des Gegenwartsmenschen ist die des Wählens in einer unübersehbaren Flut von Zeichen und Bedeutungen. Es geht dabei nicht mehr um das Wahre, Schöne und Gute in einem universellen, überpersönlichen Sinn, sondern um das Richtige in einem strikt subjektbezogenen Sinn.

Die Definition des »richtigen Lebens« ist dynamisch. Sie meint den Umgang des Menschen mit dem immer größeren Möglichkeitsraum im Lebenslauf. Dabei kann ganz Verschiedenes herauskommen. Es geht nicht mehr darum, sich einem kollektiv definierten Modellsubjekt anzunähern. Was die Menschen dagegen zunehmend suchen, sind allgemeine Grundsätze der Lebenskunst für beliebige Kontexte und Möglichkeiten des Menschseins, ein im öffentlichen Diskurs verhandeltes Grundwissen darüber, was einem wann gut tut und was nicht, eine Art Gebrauchsanthropologie für jede Situation des Alltags.

Davon abgesehen lässt die Erlebnisgesellschaft den Einzelnen ohne ästhetische und normative Vorschriften zurück, außer derjenigen, etwas Sinnvolles aus seinem Leben zu machen. Er selbst ist dabei die sinngebende Instanz und hat das letzte Wort. Immer weniger ist er bereit, den Raum, in dem sich sein eigener, höchstpersönlicher Bedeutungskosmos entfalten könnte, an Produkte abzugeben, die mit den Bedeutungen aufgeladen sind, die andere in sie hineingelegt haben.

So erklärt es sich, dass in der öffentlichen Resonanz auf die Expo 2000 die Architektur der einzelnen Pavillons eine viel größere Rolle spielte als die Präsentationen technischer Innovationen, die in der Presse allenfalls mit gelangweilten Nebensätzen bedacht wurden. Die Architektur der Pavillons hingegen gestattete es dem Publikum, Einblicke in die Lebenswelt der dort vertretenen Länder zu gewinnen. Das Interesse richtete sich nicht mehr wie bei den früheren Weltausstellungen auf das Haben und Können, sondern auf das Sein; nicht mehr auf die Erweiterung des Möglichkeitsraums, sondern den Aufenthalt in ihm.

Wer sind wir und was wollen wir hier? Die Frage ist verunsichernd und erlaubt keine eindeutigen Antworten. Doch dem Verlust an Eindeutigkeit steht der Gewinn an Möglichkeiten gegenüber. Man könnte auch sagen: der Gewinn an Freiheit.

Die Architektur ist auf diese Veränderung vorbereitet, weil sie ihrem Wesen entspricht. Architektur heißt Ankunft und Aufenthalt, sie gibt dem Sein der Menschen Raum, verkörpert ihre Eigenart und kulturelle Besonderheit, ist ein Ort der Innerlichkeit, aber auch der Begegnung. Und sie ist das, was bleibt, wenn alles andere längst vergessen ist.

Zum Autor: Gerhard Schulze ist Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Bamberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultursoziologie und Theorien des sozialen Wandels. Er wurde bekannt mit seinen Büchern »Die Erlebnisgesellschaft« (1992) und »Kulissen des Glücks« (1999). Aufsätze und Essays der letzten Jahre: Was bedeuten die Bretter, die die Welt bedeuten? (2002); Inszenierte Individualität (2001); Scheinkonflikte. Zur Kritik der Lebensstilforschung (2001); Jenseits der Sachen (1998); Steigerung und Ankunft (1997); Die Wahrnehmungsblockade. Vom Verlust der Spürbarkeit der Demokratie (1996). Im Frühjahr erscheint im Hanser-Verlag sein neues Buch über den gegenwärtigen Wandel der Moderne.

Having, experiencing, being

The increase play and the project of good living

Anyone searching for experiences has little other worries. He has enough to eat and drink, a roof over his head and a little money in his account. It doesn't have to be much, but enough to feel fairly safe. Anyone searching for experiences has to make a choice. Should he fly to Thailand or go on a fasting hike? Should he buy a house or rent a flat in an old building? Should he watch television or go to the cinema? The chooser is the paradigmatic gestalt of the present.

This was not always the case, and is merely a snapshot of our society in the process of change. After 1945 most Germans only had one worry: the survival and the rebuilding of the country. When that was done, another question soon cropped up: What should they do now? The next goal was to increase the scope of possibilities.

Demarcation is the most general formula to name the changes in daily life since the end of the war. In 1950, an average of 15 square metres of living space was available to each inhabitant; today it is over 40. The annual working time has fallen by half, real income has quadrupled, national income savings ratio is eight times higher, and financial assets sixteen times higher. The development from the little corner shop to the wholesale market in a commercial area is a single, rapid process of diversification of what is dispensable.

Expanding possibilities by increasing has become a game of increasing. In our society it no longer serves to remove a lack, but what comes afterwards: the project of good living.

Experience architecture and architectural experience Just like everything else, architecture is embedded - at least superficially - into the global framework of the increasing game: increasingly higher skyscrapers, increasingly broader encapsulation of the countryside with commercial areas and terraced house developments, increasingly less service life of buildings - all this speaks the language of increase, and always enables new products and buildings.

But architecture has also always embodied permanency and the theme of being able to stay: railway stations, churches, museums, libraries - all these are places of arrival, of reflection, of quiet and of learning. Who am I and what do I want here? Architecture cannot answer this question, but it can encourage it. Staying a while in a church, for example, leaves the individual in a dialogue with God, and, as he himself is the medium of his prayer, also in dialogue with himself. In a secularised world, other places also get this dialogue going: meditation rooms, wellness centres, places of emptiness and quiet in which people look for protection against the omnipresence of the products and the endless rushing flood of news and images.

The counterpart is department stores, supermarkets and shopping malls, whose interior is typified by being crammed full and decorated with all kinds of things. That isn't quite an architectural experience; the project of experience architecture is fulfilled here instead. The boom of event marketing and the redesign of sales areas into experience worlds attest the attempt to make consumption and experience connectable with each other. There is hardly a furniture store, DIY-market or garden centre whose owners do not also see themselves as experience providers.

First the growing lack of interest, and then the warding off of the public could put an end to the inflation of experience worlds. But why should it get that far? Because the increasing game is not helping people along in their existential basic matters, and they will discover this sooner or later. Increase clearly defines itself as a second mobile phone, a third car, a fourth television set or other perhaps desirable inventions, laboriously established in the market. Increase is also clearly defined as the growing load of products with meanings. In order to push the always more absurd consumption with new attractions, experience became the suppliers' central category.

But what are experiences? Most people consider them as their emotional reaction to exterior attractions. But experiences are more than that. They all depend on the connection of feelings with descriptions of feelings. Experiences are designs that are characterised only by their description. The feelings triggered off by an experience are just the raw material from which very different figures are formed. What finally emerges as an experience depends on the self-description of these feelings.

rom outside to inside What, objectively speaking, does smoking a cigarette have to do with the feeling of freedom and adventure? Nothing. In order to make consumption and experience connectable with each other, you have to ask yourself how experience orientated consumption works. What is the consumer's goal? Outside, in the field of objective facts, or inside, in the field of subjective mental state? In clearly definable, outside-orientated goals, experiences are irrelevant. With a car, for example, such goals are still important: acceleration, speed, temperamental nature, fuel consumption, safety, braking features - all these are objective facts. The relationship between providers and consumers is determined by evidence and scepticism. The provider has to convince that the product has the promised qualities. For the consumer, it seems reasonable not to be all too gullible and to check the product critically before purchase.

While it is rational to be suspicious with outsideorientated consumption, the inside-orientated consumer acts reasonably when he trusts. Typical examples for inside-orientated goods are fashion and cosmetics. The fun that these products are intended to bring us requires that we accept them positively. Whether the new designer trousers are well finished or the expensive moisturising cream really stops skin ageing should not be a question.

The outside-orientated consumer is pretty stupid if he falls victim to suggestion. The inside-orientated is pretty stupid if he does not additionally increase the suggestion auto-suggestively.

Clarity and the openness of interpretation What do Oriental carpet dealers, European market criers and commercials have in common? It is the loud, obvious emphasis of outside-orientated product features. Perhaps advertising of this kind exaggerates, distracts, withholds and lies, but it always does it with the biggest possible clarity. The public has been used to this for a long time. It can deal with pretence as long as it is unambiguous.

In contrast to that, how does the public deal with advertising for inside-orientated product features? A clarity increased to sledgehammer communication can also be found here, but for how long? Advertising promises all kinds of things: fascination, love, ecstasy, happiness, unforgettable adventure, complete relaxation. There is also a readiness by the consumer to accept such promises. In this case they replace outside-orientated rationality of critical examination with inside-orientated rationality of belief. The more successful the act of belief, the more probable it is that at least a hint of the promised experience will present itself.

However, this kind of belief is unenlightened and childish form of dealing with the world. Anyone believing the provider's promises of experiences becomes a visitor in a magic show, in which you have to check in your common sense at the cloakroom to profit from it in any way. But this principle will wear out, because it collides way too much with the way modern man sees himself. If numerous providers constantly demand belief for the most unbelievable promises, a conflict comes about in time. The mature consumer would formulate it as follows: "I know best myself what I am experiencing". He feels rejected by aesthetic and emotional clarity in the performance of products; all he needs are pointers, curiosity-arousing invitations without an incapacitating experience programme. The individual striving for autonomy substitutes the magic show with self-enchantment. The magic remains, but is created somewhere else.

Inside-orientated consumption reminds on the reception of works of art. The aesthetic attraction of works of art is to be ambiguous and asking you to design your own version. Hence each observer creates the work of art anew, as an inner reconstruction, which turns out differently from person to person. Only the openness of interpretation makes it possible for people to subjectively pick up objects of contemplation. Works of art present themselves as a puzzle, and everyone is requested to solve it in his own way.

The attitude of interpreting, of completing the work of art in the observer's inner life, has been exercised in European culture for centuries. It triggers irritations if a work of art is considered too superficial and flat. The openess of the interpretation of works of art may also be unsettling and sometimes irritating, but this is regarded as acceptable. If an observer says that he did not understand the work of art properly at first look, the expected aura of mystery is only confirmed. On the other hand, if it is said that a work of art "hammers home" its message, this is a devastating opinion.

Beyond childishness The increasing game is more and more inconsistent with itself: A rationality that is useful to optimise machine performances is also supposed to optimise projects lined up for experience. But if experiences are in demand, the idea of increasing misses its topic. It feigns calculability and objectivity where it concerns the development of the self. It unleashes the different nature of people, but it cannot do justice to it. The experience society is a childish preliminary stage in the processing of the increased scope of possibilities. If we see it as a transitional phenomenon, the question arises as to what could come next.

In general, a growing readiness to exceed has been recognised for decades in western societies. An experimenting way of living, biographic rifts, self-distancing, roaming aesthetics, and lust for the opposite have become a fixed part of everyday culture and there is no change in sight. Living arrangements defined as "projects" are catching on more and more, which also includes doing something completely different when a project is completed. The basic situation of present-day man is that of choosing in an obvious flood of symbols and meanings. It is no longer a question of what is needed, or what is beautiful and good in a universal, over-personal sense; it is about what is right in a strictly subject-related sense.

The definition of what could be the right way of living is dynamic. It means how to deal with life in an increasingly wider scope of possibilities. This can have different results. It is no longer about coming closer to a collectively defined model subject. What people instead are more and more looking for is a general knowledge in the art of living for all kinds of contexts and possibilities of being human; a knowledge negotiated in public discourse about what is good for you and when, and what is not - a kind of service anthropology for everyday situations. Apart from this, the experience society is leaving the individual behind without any aesthetic and normative regulations except for those to make his life meaningful. He himself is the sense-giving authority and has the last word. He is increasingly less willing to give up the space, in which his own personal cosmos of sense could unfold, to products,

From having and being able to being An example for the development of having and being able to being is the reception of world exhibitions. Their big time was the 19th century; undreamt-of possibility increases became a prospect for everyone. The public performance of real progress met a receptive, appreciative audience. From there it was a long way to the Expo 2000 in Hanover, whose difficulties included the attempt to continue a tradition that was less and less responded. What has subsided above all was the audiences ability to be fascinated by the portrayal of increases in possibilities. By no means does it look like they are no longer in demand; but they have become such a matter of course in the meantime that they are nothing special anymore.

And that is why the architecture of the Nations pavilions played a much bigger role in the public response to the Expo 2000 than the presentation of technical innovations, which at best were met by bored subordinate clauses. The architecture of the pavilions allowed the visitors to gain insights into the life of the countries represented there. The interest was no longer lined up for the having and the being able, as with past world expositions, but for the being; no longer for the increase in the scope of possibilities, but for the living in it.

Who are we and what do we want here? This question is unsettling and does not allow clear answers. But the loss of clarity is facing the gain in possibilities. You could also say: the gain in freedom.

Architecture is prepared for this change, because it corresponds to its nature. Architecture means arrival and residence, it gives space to a person's being, embodies its individual and cultural peculiarity, is a place of inwardness, but also of encounter. And it is what remains, when everything else is long-forgotten.

Notes about the author: Gerhard Schulze is Professor for empirical methods of social sciences at the Bamberg University. His key research deals with culture and theories on social change. He became known through his books "Die Erlebnisgesellschaft" (1992) and "Kulissen des Glücks" (1999). His new book on the current change in the modern age will be published in the Spring of 2003 by Hanser Verlag, Germany.