Die Zukunft im Blick
100 Jahre GIRA
Im 100. Jahr seiner Geschichte präsentiert sich das in der vierten Generation geführte Familienunternehmen Gira als Premium-Marke im Markt der Elektroinstallation.
Technischer Fortschritt, hohe Gestaltungskompetenz, dabei stets der dreistufige Vertriebsweg mit einem direkten Draht zum Handwerk sind Konstanten, die sich durchgängig in der Unternehmensgeschichte von Gira beobachten lassen. Schon die Gründer, die Brüder Gustav und Richard Giersiepen, hatten klare Vorstellungen von der Bedeutung stetiger Innovationen für ihr Unternehmen – sie hatten allzeit "die Zukunft im Blick". Und haben dabei immer auf die Familie gesetzt und auf den Standort Radevormwald gebaut, wovon der Name des Unternehmens ein schönes Beispiel gibt: GIRA setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Familiennamens Giersiepen und der Ortsbezeichnung Radevormwald zusammen.
Experimentierfreudig, mit großem Ideenreichtum und Innovationsbereitschaft starten die Gründer zunächst mit einem Tumblerschalter. Schon bald umfasst das Angebot aber nahezu das gesamte Sortiment der damaligen Elektroinstallation, wobei sich bei Gira das Prinzip der hohen Qualität und guten Formgebung in den 20er Jahren durchsetzt.
Ende der 50er Jahre revolutioniert Gira die Branche mit einem Baukasten system. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es fast ausschließlich komplett montierte Schalter gegeben. Das variabel kombinierbare Schaltersystem von Gira hat weitreichende Auswirkungen, bedeutet es doch die Vorgabe eines ganz neuen technischen Standards: Die gleiche Abdeckung für alle Schalter und Taster – ob rund, quadratisch oder als Kombinationseinsatz. Auch optisch wagt Gira etwas Neues: Die phosphoreszierenden, grünen Wippen, die mit der Zeit nachdunkeln, werden konsequent durch weiße Wippen ersetzt. "Ganz weiß ist doch schöner" lautet dazu die Anzeigenkam pagne, mit der Gira jetzt auch direkt Architekten anspricht.
Gerade die zeigen sich von dem nächsten Entwicklungsschritt, den Gira vollzieht, überaus angetan. 1966 stellt Gira den "Flächenschalter" vor, bei dem der Schaltvorgang auf nahezu der gesamten Abdeckung ausgelöst werden kann. Das neue Schalterprogramm von Gira setzt Maßstäbe, denen bald alle namhaften Schalterhersteller folgen. Es markiert aber auch den Beginn der Mehrwertinstallation, also eines zusätzlichen Angebots, das neben den Standardschaltern eine anspruchsvollere Produktlinie zu einem höheren Preis bietet.
Die Designansprüche baut Gira in den folgenden Jahrzehnten systematisch aus. 1970 beginnt die exklusive Zusammenarbeit mit dem Designer Professor Odo Klose, der auch Schalter S-Color entwirft. Zu Beginn der 80er Jahre hatten sich Architekten Schalter und Steckdosen gewünscht, die zu den klaren Farben der Kunststoff-Türgriffe von Hewi passen. 1985 bringt Gira S-Color in zahlreichen Farben auf den Markt und erhält mehrere Designpreise. Die Ausrichtung auf den Architekten ist aber nicht auf das Programm selbst beschränkt, sondern betrifft den gesamten Unternehmensauftritt. Der Kommunikationsdesigner Professor Hans Günter Schmitz gibt Gira ein neues, klares Profil, das den hohen Designanspruch des Unternehmens widerspiegelt. 1994 wird mit dem neuen Vertriebs- und Schulungszentrum auch die Firmenarchitektur in das Konzept mit einbezogen. Ein Jahr darauf erhält Gira für den Gesamtauftritt den Ehrenpreis für Corporate Design und Design-Manage ment des Designpreises Nordrhein- Westfalen.
Das Programm S-Color ist aber auch in technischer Hinsicht wegweisend: Es bietet über 100 Funktionen der Elektrotechnik, darunter Dimmer, Jalousieschalter und später dann auch die Tastsensoren des neuen Gira Instabus-Systems. Spätestens hier beginnt der jüngste Abschnitt in der Geschichte des Familienunternehmens: die Weiterentwicklung zum Systemanbieter der Gebäude-Installationstechnik. Mit den jüngsten Produktentwicklungen hat Gira die Zukunftsherausforderung "Intelligentes Haus" angenommen: Der Gira HomeServer, der Gira SmartSensor und das Gira SmartTerminal tragen mit dazu bei, "dumme" Gebäude deutlich intelligenter auszustatten, aber auch für die Menschen beherrschbar und leicht bedienbar zu machen.
Die rasante Produktentwicklung führt 1998 zu einem großen Schritt, um Lieferung, Lagerung und Bestellung wirtschaftlich für die Marktpartner zu gestalten. Gira entwickelt deshalb zwei Designplattformen, in denen alle Technologien konsequent in die Gira Schalterwelt integriert sind, und die zugleich die Typenvielfalt durch die gleichen Einsätze für mehrere Schalterprogramme erheblich reduziert. Für den Innenbereich entsteht so das System 55 mit den Programmen Standard 55, E2, Event und Esprit, für außen die Designlinie TX_44, die auch in Energiesäulen und Panels zum Einsatz kommt. Eine weitere technische Innovation ist die Integration von komplexen Funktionen in die 58er Unterputzdose, wie beispielsweise beim Gira Unterputz-Radio und jüngst beim Gira Türkommunikations-System. Die konsequente Einbindung der Türkommunikation in die Schalterwelt ermöglicht die Installation aus einer Hand in einem einheitlichen, anspruchsvollen Design.
Auch heute sieht Gira die klaren Chancen, die sich für moderne Elektroinstal lations technik im inländischen Markt bieten. Denn solange jeder Mittelklassewagen mehr Elektronik besitzt als die meisten neuen Häuser und Wohnungen – von der Nachrüstung des älteren Gebäudebestands ganz zu schweigen –, gibt es hierzulande noch erhebliche Wachstumspotenziale. Wachstum generiert Gira aber auch durch sein Know-how im Umgang mit Kunststoffen. Mit dem spektakulären Neubau durch das Büro Ingenhoven Architekten für die Gira Kunststofftechnik beweist das Unternehmen einmal mehr seine Philosophie: Transparenz, Innovation, Design und Motivation der Mitarbeiter. Nicht zuletzt liegt darin auch das klare Bekenntnis zum Standort Deutschland.
Ralph Bertelt:
Als das ZDF kürzlich den größten Erfindungen der Menschheit nachspürte, belegte die Glühbirne den 2. Platz, die Elektrizität folgte auf Platz 4 – für mich klare Indizien dafür, dass Pioniere der Elektrotechnik mit ihren Innovationen über die Zeiten hinweg das Leben der Menschen maßgeblich geprägt haben. Sie alle hatten die Zukunft fest im Blick und wollten sie tatkräftig mitgestalten. Gira blickt in diesem Jahr auf 100 Jahre Unternehmensgeschichte zurück, wobei die Blickrichtung stets in Richtung Zukunft ging und geht. Aufbauend auf Meilensteine in der Unternehmensgeschichte wie den ersten Doppelriegelschalter, das Baukastensystem zur Reduzierung der Typenvielfalt über das erfolgreiche S-Komfort-Programm in den 70er Jahren bis hin zum S-Color-Programm, Mitte der 80er Jahre präsentiert und auch noch heute erfolgreicher Sortimentsbestandteil, glauben wir an die Wachstumschancen der modernen Elektrotechnik im Gebäude. Trotz nachlassender Neubauzahlen zeigen über 30 Mio. elektrotechnisch unterentwickelter Gebäude in Deutschland das Potential für die Zukunft. Konsequent richtet Gira seine Produktentwicklung auf diesen Wachstumsmarkt aus. Das neue Geschäftsfeld Türkommunikation ist dafür ebenso ein Indiz wie intelligente Systemprodukte, die die Welt der Elektroinstallation mit der Internet-Welt verschmelzen. Dabei immer die Kundenbedürfnisse für mehr Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit im Blick. So freuen wir uns nach 100 Jahren erfolgreicher Firmengeschichte auf spannende Herausforderungen der Zukunft. Mit Begeisterung und einer ausgeprägten Innovationskultur gilt dieser Anspruch auch vor der Verantwortung des Standortes Deutschland.



